Huygens'sches Prinzip & Herleitung des Brechungsgesetzes
Ein Prinzip, das alles erklärt: geradlinige Ausbreitung, Reflexion, Brechung, Beugung – und die Pflicht-Herleitung mit den zwei Dreiecken.
Vorwissen aus den Jahren davor – kurz prüfen
Tippe auf eine Frage, erst selbst antworten, dann vergleichen. Wenn etwas wackelt: zuerst dort nachlesen, sonst stolperst du im neuen Stoff.
Sinus im rechtwinkligen Dreieck – und warum die Hypotenuse der Schlüssel ist.
Winkel mit paarweise senkrechten Schenkeln sind gleich – was heißt das für Wellenfront und Lot?
Weg, Zeit, Geschwindigkeit: Wie weit kommt eine Welle in der Zeit Δt?
Was ist die Brechzahl n, und wie hängt sie mit der Lichtgeschwindigkeit zusammen?
Wertebereich des Sinus und Umkehrfunktion: Wann hat sin β = x keine Lösung?
Das Huygens'sche Prinzip
Christiaan Huygens hat 1678 eine Idee aufgeschrieben, mit der sich praktisch alles über die Ausbreitung von Wellen konstruieren lässt:
Was dahintersteckt: Eine Wellenfront ist eine Linie gleicher Phase – alle Oszillatoren darauf schwingen gleich. Jeder dieser Oszillatoren regt seine Nachbarn in alle Richtungen an, also sendet er eine Kreiswelle aus. Die vielen Kreiswellen überlagern sich; seitlich löschen sie sich weitgehend aus, nach vorn verstärken sie sich. Die Linie, die alle Kreise von außen berührt (die Einhüllende), ist der Ort, an dem die Welle nach $\Delta t$ angekommen ist.
So konstruierst du es auf Papier: Wellenfront zeichnen, darauf 5–7 Punkte markieren, um jeden Punkt einen Kreis mit Radius $r = c\cdot\Delta t$ schlagen (gleiches $c$ → gleiche Radien), dann die Tangente an alle Kreise ziehen. Bei einer ebenen Welle ist die Einhüllende wieder eine Gerade im Abstand $c\Delta t$ – die Welle läuft geradeaus. Das ist bereits die erste Anwendung: geradlinige Ausbreitung.
Was Huygens erklärt: Reflexion, Beugung – und die Brechung
- Reflexion. Trifft eine ebene Front schräg auf eine Wand, erreicht ihr vorderer Punkt die Wand zuerst und sendet von dort als Erster eine Elementarwelle zurück. Während der hintere Punkt der Front noch die Strecke $c\Delta t$ bis zur Wand läuft, ist die Elementarwelle des vorderen Punktes schon $c\Delta t$ weit zurückgelaufen – gleiches Medium, gleiche Strecke. Beide Dreiecke an der Wand sind kongruent, also Ausfallswinkel = Einfallswinkel. (Die Brechungsherleitung unten ist genau dieselbe Konstruktion, nur mit zwei verschiedenen $c$.)
- Beugung. In einer Öffnung gibt es Punkte der Wellenfront nur zwischen den Rändern. Die Elementarwellen der Randpunkte haben keine Nachbarn, die sie seitlich auslöschen – sie laufen auch in den Schattenraum. Ist die Öffnung etwa $\lambda$ breit oder schmaler, bleibt praktisch nur ein Elementarwellenzentrum übrig: Dahinter entsteht eine Kreiswelle. Ist sie viel breiter als $\lambda$, bildet die Einhüllende in der Mitte wieder eine gerade Front, und nur an den Rändern „franst“ sie aus.
- Brechung. Hier wird es interessant, weil die Elementarwellen im zweiten Medium mit einem anderen $c$ laufen. Der Teil der Front, der zuerst in das langsamere Medium eintritt, kommt in der Zeit $\Delta t$ weniger weit als der Teil, der noch im schnellen Medium ist – die Einhüllende kippt, die Front schwenkt zum Lot hin. Die quantitative Herleitung steht unten; sie ist Pflichtstoff.
Merke die Logik: Huygens ist kein Gesetz über Strahlen, sondern über Fronten. Strahlen sind nur die Senkrechten auf den Fronten. Wer in der Klausur nur Strahlen zeichnet, hat Huygens nicht benutzt.
Das Brechungsgesetz – was es sagt und was sich ändert
$$\frac{\sin\alpha}{\sin\beta} = \frac{c_1}{c_2} = \frac{\lambda_1}{\lambda_2} = \frac{n_2}{n_1}\qquad\text{mit}\qquad n = \frac{c_0}{c}$$$\alpha$ ist der Einfallswinkel, $\beta$ der Brechungswinkel, beide zum Lot gemessen. Die vier Quotienten sind gleich, weil
- die Frequenz beim Übergang gleich bleibt (die Oszillatoren hinter der Grenzfläche werden von denen davor im Takt angetrieben), und damit $\lambda_1/\lambda_2 = (c_1/f)/(c_2/f) = c_1/c_2$;
- $c_1 = c_0/n_1$ und $c_2 = c_0/n_2$, also $c_1/c_2 = n_2/n_1$ – Achtung, die Indizes vertauschen sich.
Richtung: Ist $c_2 \lt c_1$ (z. B. Luft → Glas), dann ist $\sin\beta \lt \sin\alpha$, also $\beta \lt \alpha$: Brechung zum Lot hin. Umgekehrt (Glas → Luft) vom Lot weg. Bei senkrechtem Einfall ($\alpha = 0$) gibt es keine Richtungsänderung – aber $c$ und $\lambda$ ändern sich trotzdem.
Beispiel Luft → Glas, $n_1 = 1{,}00$, $n_2 = 1{,}50$, $\alpha = 30^\circ$, $\lambda_1 = 600\,\mathrm{nm}$: $\sin\beta = \dfrac{n_1}{n_2}\sin\alpha = \dfrac{0{,}500}{1{,}50} = 0{,}333$, also $\beta = 19{,}5^\circ$. Im Glas: $c_2 = \dfrac{3{,}00\cdot 10^8\,\mathrm{m/s}}{1{,}50} = 2{,}00\cdot 10^8\,\mathrm{m/s}$, $\lambda_2 = \dfrac{600\,\mathrm{nm}}{1{,}50} = 400\,\mathrm{nm}$, $f = \dfrac{c_1}{\lambda_1} = 5{,}00\cdot 10^{14}\,\mathrm{Hz}$ – vorher wie nachher.
| Übergang | $c_1 \to c_2$ | $\lambda$ | $f$ | Richtung |
|---|---|---|---|---|
| Luft → Glas ($n = 1{,}5$) | $3{,}00 \to 2{,}00\cdot 10^8\,\mathrm{m/s}$ | kleiner, Faktor $2/3$ | gleich | zum Lot |
| Glas → Luft | $2{,}00 \to 3{,}00\cdot 10^8\,\mathrm{m/s}$ | größer, Faktor $3/2$ | gleich | vom Lot weg; ab $\alpha_g = 41{,}8^\circ$ Totalreflexion |
| Wasserwelle tief → flach | schnell → langsam | kleiner | gleich | zum Lot (Wellen drehen zum Ufer ein) |
| Schall Luft → Wasser | $343 \to 1480\,\mathrm{m/s}$ | größer, Faktor $4{,}3$ | gleich | vom Lot weg; Totalreflexion schon ab $13{,}4^\circ$ |
Totalreflexion und Lichtleiter
Läuft die Welle vom langsameren ins schnellere Medium (optisch dicht → dünn, z. B. Glas → Luft), wird sie vom Lot weg gebrochen: $\beta \gt \alpha$. Vergrößert man $\alpha$, erreicht $\beta$ irgendwann $90^\circ$ – der gebrochene Strahl läuft dann entlang der Grenzfläche. Diesen Einfallswinkel nennt man Grenzwinkel $\alpha_g$:
$$\sin\alpha_g = \frac{c_1}{c_2} = \frac{n_2}{n_1}\qquad(\text{nur für } c_1 \lt c_2 \text{, also } n_1 \gt n_2)$$Für $\alpha \gt \alpha_g$ würde $\sin\beta \gt 1$ – es gibt keinen gebrochenen Strahl mehr. Die gesamte Energie wird reflektiert: Totalreflexion. Glas → Luft: $\sin\alpha_g = 1/1{,}50$, $\alpha_g = 41{,}8^\circ$. Wasser → Luft: $\alpha_g = 48{,}6^\circ$ (deshalb sieht ein Taucher die Wasseroberfläche außerhalb eines Kegels als Spiegel). Diamant: $\alpha_g = 24{,}4^\circ$ – darum funkelt er.
Lichtleiter (Glasfaser): Ein Kern aus Glas ($n_1 = 1{,}48$) ist von einem Mantel mit etwas kleinerer Brechzahl ($n_2 = 1{,}46$) umgeben. Grenzwinkel $\sin\alpha_g = 1{,}46/1{,}48$, $\alpha_g = 80{,}6^\circ$. Licht, das flach genug auf die Kern-Mantel-Grenze trifft (Einfallswinkel über $80{,}6^\circ$, also fast streifend), wird total reflektiert und bleibt im Kern – über Kilometer, auch in Kurven. Das ist Internet, Endoskopie und Laserchirurgie in einem Prinzip.
Nicht nur Licht: Wasserwellen, Schall, Erdbeben
Das Brechungsgesetz ist ein Gesetz über Geschwindigkeiten, nicht über Glas. Überall, wo $c$ sich ändert, wird gebrochen:
- Wasserwellen in der Wellenwanne: Die Geschwindigkeit hängt von der Wassertiefe ab – in flachem Wasser sind Wellen langsamer. Eine Glasplatte auf dem Boden der Wanne erzeugt eine flache Zone; schräg darauf laufende Wellen werden zum Lot hin gebrochen, ihre Wellenlänge wird sichtbar kürzer. Mit dem Lineal misst man $\lambda_1$ und $\lambda_2$ und prüft $\sin\alpha/\sin\beta = \lambda_1/\lambda_2$. Dasselbe passiert am Strand: Wellen, die schräg ankommen, werden im flacher werdenden Wasser immer weiter zum Lot (zur Uferrichtung) gedreht und laufen schließlich fast parallel zum Ufer auf.
- Schall Luft → Wasser: $c$ wächst von $343$ auf $1480\,\mathrm{m/s}$, Brechung vom Lot weg; schon bei $\alpha_g = 13{,}4^\circ$ Totalreflexion. Deshalb dringt von einem Boot aus kaum Schall ins Wasser und umgekehrt.
- Schall in der Atmosphäre: Warme Luft ist schneller. Abends, wenn die Luft über dem Boden kühler ist als oben, wird Schall nach unten gebrochen – man hört den Zug weit entfernt.
- Erdbebenwellen: Die Geschwindigkeit steigt mit der Tiefe; Wellen laufen auf gekrümmten Bahnen – so werden Erdschichten vermessen.
Allen Fällen gemeinsam: Die Frequenz bleibt, $\lambda$ ändert sich wie $c$, und die Richtung folgt aus $\sin\alpha/\sin\beta = c_1/c_2$. Bei der Brechzahl musst du in der Klausur nur für Licht argumentieren; bei Wasser und Schall rechnest du direkt mit den Geschwindigkeiten.
Simulation: Huygens-Konstruktion an der Grenzfläche
Oben Medium 1, unten Medium 2. Die Halbkreise sind die Elementarwellen der Grenzflächenpunkte nach der Zeit Δt; ihre Tangente (kräftig) ist die neue, gebrochene Wellenfront. Die beiden Dreiecke der Herleitung sind eingezeichnet.
- Preset Luft → Glas, $\alpha = 40^\circ$: Berechne $\beta$ vorher mit $\sin\beta = \sin\alpha\cdot c_2/c_1$ und vergleiche mit dem Readout. Prüfe dann, ob $\lambda_2/\lambda_1 = c_2/c_1$ im Bild stimmt (Abstand der Fronten).
- Verkleinere $\alpha$ bis auf $0^\circ$. Was passiert mit der Richtung, was mit der Wellenlänge? Formuliere: „Bei senkrechtem Einfall …“
- Preset Glas → Luft, dann $\alpha$ langsam von $30^\circ$ auf $50^\circ$ erhöhen. Bei welchem Winkel verschwindet der gebrochene Strahl? Berechne $\alpha_g = \arcsin(c_1/c_2)$ und vergleiche.
- Preset Wasser tief → flach: Beschreibe mit den zwei Strecken $c_1\Delta t$ und $c_2\Delta t$, warum die Front zum Lot hin kippt. Welche der beiden Strecken ist die Gegenkathete zu $\alpha$, welche zu $\beta$?
Herleitung: Brechungsgesetz $\dfrac{\sin\alpha}{\sin\beta} = \dfrac{c_1}{c_2}$ aus dem Huygens'schen Prinzip
Das ist die Standard-Herleitung mit zwei Dreiecken – Pflicht in der Klausur. Volle Punkte gibt es nur mit beschrifteter Skizze: Grenzfläche waagerecht, oben Medium 1 ($c_1$), unten Medium 2 ($c_2 \lt c_1$), schräg einfallende Wellenfront $AB$ mit $A$ auf der Grenzfläche, Lot, Winkel $\alpha$ und $\beta$, die Strecken $c_1\Delta t$ und $c_2\Delta t$, der Punkt $B'$ und die gemeinsame Hypotenuse $\overline{AB'}$. Tippe „Verdecken“ und versuche es zuerst selbst.
- Eine ebene Wellenfront $AB$ trifft schräg unter dem Einfallswinkel $\alpha$ (zum Lot) auf die Grenzfläche. Der Punkt $A$ hat die Grenzfläche gerade erreicht, der Punkt $B$ ist noch im Medium 1 unterwegs. Weil Wellenfront und Strahl senkrecht aufeinander stehen (ebenso Grenzfläche und Lot), ist der Winkel zwischen Wellenfront $AB$ und Grenzfläche ebenfalls $\alpha$ (Winkel mit paarweise senkrechten Schenkeln).
- $B$ braucht die Zeit $\Delta t$, um die Grenzfläche im Punkt $B'$ zu erreichen. In dieser Zeit legt es im Medium 1 die Strecke $\overline{BB'}$ zurück:$$ \overline{BB'} = c_1\cdot\Delta t $$
- Nach Huygens ist $A$ Ausgangspunkt einer Elementarwelle. Sie breitet sich im Medium 2 mit $c_2$ aus und hat nach derselben Zeit $\Delta t$ den Radius$$ r = c_2\cdot\Delta t $$
- Die neue Wellenfront im Medium 2 ist die Einhüllende der Elementarwellen: die Tangente von $B'$ an den Kreis um $A$. Der Berührpunkt sei $A'$. Da die Tangente senkrecht auf dem Radius steht, ist das Dreieck $A A' B'$ rechtwinklig bei $A'$. Ebenso ist das Dreieck $A B B'$ rechtwinklig bei $B$, weil die Wellenfront $AB$ senkrecht auf der Ausbreitungsrichtung $BB'$ steht. Beide Dreiecke haben dieselbe Hypotenuse $\overline{AB'}$.
- Im Dreieck $ABB'$ ist $\overline{BB'} = c_1\Delta t$ die Gegenkathete des Winkels $\alpha$ (der Winkel bei $A$ zwischen Front $AB$ und Grenzfläche). Im Dreieck $AA'B'$ ist $\overline{AA'} = c_2\Delta t$ die Gegenkathete des Winkels $\beta$ (der Winkel bei $B'$ zwischen neuer Front und Grenzfläche, wieder gleich dem Brechungswinkel zum Lot):$$ \sin\alpha = \frac{c_1\,\Delta t}{\overline{AB'}}\qquad\qquad \sin\beta = \frac{c_2\,\Delta t}{\overline{AB'}} $$
- Division der beiden Gleichungen – die gemeinsame Hypotenuse und die gemeinsame Zeit $\Delta t$ kürzen sich heraus:$$ \frac{\sin\alpha}{\sin\beta} = \frac{c_1}{c_2} $$
- Da die Frequenz an der Grenzfläche gleich bleibt, gilt $c_1 = \lambda_1 f$ und $c_2 = \lambda_2 f$; für Licht außerdem $c = c_0/n$:$$ \frac{\sin\alpha}{\sin\beta} = \frac{c_1}{c_2} = \frac{\lambda_1}{\lambda_2} = \frac{n_2}{n_1} $$
Formeln, die du sicher können musst
| Größe / Gesetz | Formel | Was sie sagt · wann sie gilt |
|---|---|---|
| Huygens'sches Prinzip | $r = c\cdot\Delta t$ | Radius jeder Elementarwelle nach $\Delta t$; Einhüllende = neue Wellenfront |
| Brechungsgesetz | $\dfrac{\sin\alpha}{\sin\beta} = \dfrac{c_1}{c_2}$ | Winkel zum Lot; $c_2 \lt c_1$ $\Rightarrow$ $\beta \lt \alpha$ (zum Lot hin) |
| Wellenlängen | $\dfrac{\lambda_1}{\lambda_2} = \dfrac{c_1}{c_2}$ | weil $f$ gleich bleibt; im langsameren Medium kürzere Wellen |
| Brechzahl | $n = \dfrac{c_0}{c}$ | Luft $\approx 1$, Wasser $1{,}33$, Glas $1{,}5$; größeres $n$ = langsamer = „optisch dichter“ |
| Brechungsgesetz (Licht) | $n_1\sin\alpha = n_2\sin\beta$ | symmetrische Form; Indizes vertauschen sich gegenüber $c_1/c_2$ |
| Frequenz | $f_1 = f_2$ | Erreger gibt den Takt; die Farbe des Lichts ändert sich beim Eintritt ins Glas nicht |
| Grenzwinkel der Totalreflexion | $\sin\alpha_g = \dfrac{c_1}{c_2} = \dfrac{n_2}{n_1}$ | nur vom langsameren ins schnellere Medium ($n_1 \gt n_2$); Glas → Luft $41{,}8^\circ$ |
| Geschwindigkeit im Medium | $c = \dfrac{c_0}{n},\quad \lambda = \dfrac{\lambda_0}{n}$ | Glas: $2{,}00\cdot 10^8\,\mathrm{m/s}$; $600\,\mathrm{nm}$ werden zu $400\,\mathrm{nm}$ |
Typische Fehler – und wie du die Punkte holst
- Winkel zur Grenzfläche statt zum Lot gemessen – $\alpha = 50^\circ$ statt $40^\circ$ eingesetzt.Einfalls- und Brechungswinkel immer zum Lot. Lot einzeichnen, Winkel beschriften. In der Herleitung ist der Winkel zwischen Wellenfront und Grenzfläche gleich dem Winkel zwischen Strahl und Lot (paarweise senkrechte Schenkel) – das musst du erwähnen.
- Indizes vertauscht: $\sin\alpha/\sin\beta = n_1/n_2$ geschrieben.$\sin\alpha/\sin\beta = c_1/c_2$ und wegen $c = c_0/n$ ist das $n_2/n_1$. Kontrolle: Luft → Glas muss $\beta \lt \alpha$ geben, also $\sin\beta = \sin\alpha\cdot n_1/n_2 = \sin\alpha/1{,}5$. Die symmetrische Form $n_1\sin\alpha = n_2\sin\beta$ kann man nicht vertauschen.
- Herleitung nur mit Strahlen gezeichnet, ohne Wellenfronten und Elementarwellen.Die Herleitung lebt von den Fronten: Front $AB$, Strecke $BB' = c_1\Delta t$, Elementarwelle um $A$ mit Radius $c_2\Delta t$, Tangente von $B'$. Ohne diese Konstruktion fehlt die Begründung, warum die Dreiecke entstehen – und die Hälfte der Punkte.
- Bei den zwei Dreiecken verschiedene Hypotenusen benutzt oder $\Delta t$ in den beiden Medien verschieden angesetzt.Der Kern der Herleitung: gleiche Zeit $\Delta t$, gleiche Hypotenuse $\overline{AB'}$, verschiedene Geschwindigkeiten. Nur so kürzen sich $\Delta t$ und $\overline{AB'}$ weg. Schreib den Satz „in derselben Zeit $\Delta t$“ explizit hin.
- „Beim Übergang ins Glas wird die Frequenz kleiner, deshalb wird die Wellenlänge kleiner.“Die Frequenz bleibt (Oszillatoren werden im Takt angetrieben). Kleiner wird $c$, und deshalb $\lambda = c/f$. Für die Punkte: „$f$ bleibt, $c$ sinkt auf $c_0/n$, also $\lambda_2 = \lambda_1/n$.“
- Totalreflexion beim Übergang Luft → Glas berechnet, $\sin\alpha_g = 1{,}5$ erhalten und trotzdem weitergerechnet.$\sin\alpha_g = c_1/c_2$ funktioniert nur für $c_1 \lt c_2$ (vom dichteren ins dünnere Medium). Ein Sinuswert über 1 heißt: keine Totalreflexion möglich in dieser Richtung. Richtung prüfen, bevor du rechnest.
- Taschenrechner auf RAD bei $\arcsin$ – „$\beta = 0{,}44$“ als Grad angegeben.Für Winkel in Grad den Rechner auf DEG. Plausibilität: Luft → Glas ($n = 1{,}52$) bei $\alpha = 40^\circ$ muss $\beta$ zwischen $20^\circ$ und $30^\circ$ liegen ($25{,}0^\circ$; mit $n = 1{,}5$: $25{,}4^\circ$). Ein Zwischenergebnis $\sin\beta = 0{,}423$ hinschreiben.
- Erläutern (Huygens'sches Prinzip, Brechung qualitativ, Totalreflexion): Phänomen (Front knickt zum Lot) → Ursache (Elementarwellen im langsameren Medium laufen in $\Delta t$ weniger weit, Einhüllende kippt) → Gesetz ($\sin\alpha/\sin\beta = c_1/c_2$).
- Leiten Sie her (Brechungsgesetz): Skizze mit $A$, $B$, $B'$, $A'$, Lot, $\alpha$, $\beta$, $c_1\Delta t$, $c_2\Delta t$; jede Zeile begründet („rechtwinklig, weil Tangente senkrecht auf Radius“, „gleiche Hypotenuse“); Schlusssatz mit Formel.
- Konstruieren (neue Wellenfront, gebrochene Front): Zirkel! Punkte auf der Front, Kreise mit $r = c\Delta t$ (im zweiten Medium kleinere Radien), Tangente ziehen, Strahl als Senkrechte auf die Front.
- Berechnen / Bestimmen ($\beta$, $c_2$, $\lambda_2$, $\alpha_g$ aus Messreihe $\sin\alpha$ gegen $\sin\beta$): Ursprungsgerade, Steigung $= c_1/c_2$, Unsicherheit aus Winkelablesung, Antwortsatz, Plausibilität der Richtung.
- Beurteilen („Ist Totalreflexion möglich?“): Richtung des Übergangs prüfen, $\alpha_g$ berechnen, mit gegebenem $\alpha$ vergleichen, Schlussfolgerung in einem Satz.
5 harte Fragen – hast du es wirklich verstanden?
Offene Aufgaben auf Papier lösen (Zeit stoppen!), erst dann die Lösung aufdecken und ehrlich Punkte geben. Die Ergebnisse werden auf diesem Gerät gespeichert.
Licht trifft auf Glas – Rechnung und Beurteilung
Gelbes Natriumlicht ($\lambda_1 = 589\,\mathrm{nm}$) fällt aus Luft ($n_1 = 1{,}00$) unter dem Einfallswinkel $\alpha = 40{,}0^\circ$ auf eine Glasplatte ($n_2 = 1{,}52$).
- Berechne den Brechungswinkel $\beta$, die Lichtgeschwindigkeit, die Wellenlänge und die Frequenz im Glas.
- Erläutere, warum sich die Frequenz beim Übergang nicht ändert, die Wellenlänge aber schon.
- Das Licht verlässt die planparallele Platte auf der Rückseite wieder in Luft. Beurteile, ob dort Totalreflexion auftreten kann, und bestimme den Grenzwinkel für den Übergang Glas → Luft.
- 4 Pa) $\sin\beta = \sin 40{,}0^\circ/1{,}52 = 0{,}423$, $\beta = 25{,}0^\circ$; $c_2 = c_0/n_2 = 1{,}97\cdot 10^8\,\mathrm{m/s}$; $\lambda_2 = 589\,\mathrm{nm}/1{,}52 = 388\,\mathrm{nm}$; $f = c_0/\lambda_1 = 5{,}09\cdot 10^{14}\,\mathrm{Hz}$ (gleich in beiden Medien), mit Einheiten
- 2 Pb) Oszillatoren hinter der Grenzfläche werden von denen davor angeregt $\Rightarrow$ gleiche Frequenz; $c$ ist Eigenschaft des Mediums $\Rightarrow$ $\lambda = c/f$ ändert sich im Verhältnis der Geschwindigkeiten
- 3 Pc) Rückseite: Einfallswinkel im Glas ist wieder $\beta = 25{,}0^\circ$ (planparallel); Grenzwinkel $\sin\alpha_g = n_1/n_2 = 1/1{,}52$, $\alpha_g = 41{,}1^\circ$; $25{,}0^\circ \lt 41{,}1^\circ$ $\Rightarrow$ keine Totalreflexion, Licht tritt unter $40{,}0^\circ$ parallel versetzt aus
a) Brechungsgesetz $n_1\sin\alpha = n_2\sin\beta$: $$\sin\beta = \frac{n_1}{n_2}\sin\alpha = \frac{1{,}00}{1{,}52}\cdot\sin 40{,}0^\circ = \frac{0{,}643}{1{,}52} = 0{,}423\quad\Rightarrow\quad \beta = 25{,}0^\circ .$$ Geschwindigkeit im Glas: $c_2 = \dfrac{c_0}{n_2} = \dfrac{3{,}00\cdot 10^8\,\mathrm{m/s}}{1{,}52} = 1{,}97\cdot 10^8\,\mathrm{m/s}$. Wellenlänge: $\lambda_2 = \dfrac{\lambda_1}{n_2} = \dfrac{589\,\mathrm{nm}}{1{,}52} = 388\,\mathrm{nm}$. Frequenz: $f = \dfrac{c_0}{\lambda_1} = \dfrac{3{,}00\cdot 10^8\,\mathrm{m/s}}{5{,}89\cdot 10^{-7}\,\mathrm{m}} = 5{,}09\cdot 10^{14}\,\mathrm{Hz}$ – Kontrolle im Glas: $\dfrac{c_2}{\lambda_2} = \dfrac{1{,}97\cdot 10^8}{3{,}88\cdot 10^{-7}}\,\mathrm{Hz} = 5{,}08\cdot 10^{14}\,\mathrm{Hz}$ (Rundung), also gleich. Das Licht wird zum Lot hin auf $25{,}0^\circ$ gebrochen, läuft im Glas mit $1{,}97\cdot 10^8\,\mathrm{m/s}$, hat dort die Wellenlänge $388\,\mathrm{nm}$ und unverändert die Frequenz $5{,}09\cdot 10^{14}\,\mathrm{Hz}$.
b) Die Welle ist die Ausbreitung einer Schwingung über gekoppelte Oszillatoren. Die ersten Oszillatoren im Glas werden von den letzten in der Luft angetrieben und schwingen deshalb im selben Takt – die Frequenz ist vom Erreger vorgegeben und kann sich an einer Grenzfläche nicht ändern (sonst müssten sich an der Grenze Wellenberge ansammeln oder verschwinden). Die Ausbreitungsgeschwindigkeit dagegen ist eine Eigenschaft des Mediums: Im Glas ist sie um den Faktor $1/n$ kleiner. Weil in einer Periode $T$ die Welle nur noch die Strecke $c_2 T$ zurücklegt, ist die Wellenlänge $\lambda_2 = c_2/f$ im selben Verhältnis kleiner: $\lambda_2/\lambda_1 = c_2/c_1 = 1/1{,}52$.
c) Bei einer planparallelen Platte sind Vorder- und Rückseite parallel, also trifft das Licht innen unter dem Winkel $\beta = 25{,}0^\circ$ zum Lot auf die Rückseite. Totalreflexion ist beim Übergang Glas → Luft grundsätzlich möglich (ins schnellere Medium). Grenzwinkel: $\sin\alpha_g = \dfrac{n_{\text{Luft}}}{n_{\text{Glas}}} = \dfrac{1{,}00}{1{,}52} = 0{,}658$, $\alpha_g = 41{,}1^\circ$. Da $25{,}0^\circ \lt 41{,}1^\circ$, tritt keine Totalreflexion auf: Das Licht wird vom Lot weg gebrochen, $\sin\alpha' = 1{,}52\cdot\sin 25{,}0^\circ = 0{,}643$, $\alpha' = 40{,}0^\circ$ – es verlässt die Platte parallel zur ursprünglichen Richtung, nur seitlich versetzt. Totalreflexion an der Rückseite einer planparallelen Platte ist bei Einfall aus Luft nie möglich, weil $\beta$ höchstens $\alpha_g$ erreicht (für $\alpha \to 90^\circ$).
Herleitung des Brechungsgesetzes und Konstruktion
Eine ebene Wasserwelle läuft in der Wellenwanne aus tiefem Wasser ($c_1 = 25{,}0\,\mathrm{cm/s}$) schräg über eine Kante in flaches Wasser ($c_2 = 17{,}5\,\mathrm{cm/s}$). Die Frequenz des Erregers beträgt $f = 10{,}0\,\mathrm{Hz}$.
- Formuliere das Huygens'sche Prinzip und leite damit das Brechungsgesetz $\dfrac{\sin\alpha}{\sin\beta} = \dfrac{c_1}{c_2}$ her. Fertige eine beschriftete Skizze mit beiden Dreiecken an.
- Berechne die Wellenlängen in beiden Bereichen und den Brechungswinkel für $\alpha = 45{,}0^\circ$.
- Die Welle läuft nun umgekehrt aus dem flachen ins tiefe Wasser. Bestimme den Grenzwinkel der Totalreflexion und erläutere anhand der Konstruktion, warum oberhalb dieses Winkels keine gebrochene Welle mehr entsteht.
- 2 Pa) Huygens: jeder Punkt der Front Ausgangspunkt einer Elementarwelle ($r = c\Delta t$), Einhüllende = neue Front; Skizze mit Front $AB$, Grenzfläche, $B'$, Kreis um $A$, Tangente, $\alpha$, $\beta$
- 3 Pa) $\overline{BB'} = c_1\Delta t$, $r = c_2\Delta t$ in derselben Zeit; beide Dreiecke rechtwinklig mit gemeinsamer Hypotenuse $\overline{AB'}$; $\sin\alpha = c_1\Delta t/\overline{AB'}$, $\sin\beta = c_2\Delta t/\overline{AB'}$, Division, Schlusssatz
- 2 Pb) $\lambda_1 = c_1/f = 2{,}50\,\mathrm{cm}$, $\lambda_2 = 1{,}75\,\mathrm{cm}$; $\sin\beta = \sin 45{,}0^\circ\cdot 17{,}5/25{,}0 = 0{,}495$, $\beta = 29{,}7^\circ$
- 3 Pc) flach → tief: $\sin\alpha_g = c_{\text{flach}}/c_{\text{tief}} = 0{,}700$, $\alpha_g = 44{,}4^\circ$; Konstruktion: für $\alpha \gt \alpha_g$ ist $c_2\Delta t \gt \overline{AB'}$, der Kreis um $A$ reicht über $B'$ hinaus, keine Tangente von $B'$ möglich $\Rightarrow$ keine Front im Medium 2, vollständige Reflexion
a) Huygens'sches Prinzip: Jeder Punkt einer Wellenfront ist Ausgangspunkt einer Elementarwelle, die sich mit der Geschwindigkeit des Mediums ausbreitet; die Einhüllende aller Elementarwellen nach der Zeit $\Delta t$ ist die neue Wellenfront. Skizze: Grenzfläche waagerecht; oben tiefes Wasser ($c_1$), unten flaches ($c_2$). Wellenfront $AB$ schräg, $A$ auf der Grenzfläche, Winkel zwischen $AB$ und Grenzfläche gleich $\alpha$ (Winkel mit paarweise senkrechten Schenkeln zum Winkel Strahl–Lot). Strahl von $B$ senkrecht zur Front bis $B'$ auf der Grenzfläche. Kreis um $A$ mit Radius $c_2\Delta t$ ins Medium 2; Tangente von $B'$ an den Kreis, Berührpunkt $A'$; die Tangente $A'B'$ ist die neue Front, der Winkel zwischen ihr und der Grenzfläche ist $\beta$. Herleitung: $B$ braucht bis $B'$ die Zeit $\Delta t$, also $\overline{BB'} = c_1\Delta t$. In derselben Zeit ist die Elementarwelle von $A$ im Medium 2 bis zum Radius $\overline{AA'} = c_2\Delta t$ gelaufen. Das Dreieck $ABB'$ ist rechtwinklig bei $B$ (Front senkrecht zum Strahl), das Dreieck $AA'B'$ rechtwinklig bei $A'$ (Tangente senkrecht zum Radius). Beide haben die Hypotenuse $\overline{AB'}$. Darin ist $c_1\Delta t$ die Gegenkathete zu $\alpha$ und $c_2\Delta t$ die Gegenkathete zu $\beta$: $$\sin\alpha = \frac{c_1\Delta t}{\overline{AB'}},\qquad \sin\beta = \frac{c_2\Delta t}{\overline{AB'}}\qquad\Rightarrow\qquad \frac{\sin\alpha}{\sin\beta} = \frac{c_1}{c_2}.$$ Schlusssatz: Da beide Strecken in derselben Zeit entstehen und dieselbe Hypotenuse haben, ist das Verhältnis der Sinuswerte gleich dem Verhältnis der Geschwindigkeiten, was zu zeigen war.
b) $\lambda_1 = \dfrac{c_1}{f} = \dfrac{25{,}0\,\mathrm{cm/s}}{10{,}0\,\mathrm{Hz}} = 2{,}50\,\mathrm{cm}$, $\lambda_2 = \dfrac{17{,}5\,\mathrm{cm/s}}{10{,}0\,\mathrm{Hz}} = 1{,}75\,\mathrm{cm}$ (Frequenz bleibt). Brechungswinkel: $\sin\beta = \sin\alpha\cdot\dfrac{c_2}{c_1} = 0{,}707\cdot\dfrac{17{,}5}{25{,}0} = 0{,}707\cdot 0{,}700 = 0{,}495$, also $\beta = 29{,}7^\circ$. Die Welle wird zum Lot hin gebrochen, ihre Wellenlänge sinkt von $2{,}50$ auf $1{,}75\,\mathrm{cm}$.
c) Flach → tief heißt $c_1 = 17{,}5\,\mathrm{cm/s}$, $c_2 = 25{,}0\,\mathrm{cm/s}$, also Brechung vom Lot weg. Grenzwinkel: $\sin\alpha_g = \dfrac{c_1}{c_2} = \dfrac{17{,}5}{25{,}0} = 0{,}700$, $\alpha_g = 44{,}4^\circ$. Konstruktion: Im Grenzfall ist $c_2\Delta t = \overline{AB'}$ – der Kreis um $A$ geht genau durch $B'$, die neue Front liegt in der Grenzfläche ($\beta = 90^\circ$). Für $\alpha \gt \alpha_g$ wird $\sin\alpha = c_1\Delta t/\overline{AB'}$ größer, also $\overline{AB'}$ kleiner als $c_2\Delta t$: Der Kreis um $A$ reicht über $B'$ hinaus, $B'$ liegt innerhalb des Kreises, und von einem Punkt innerhalb eines Kreises gibt es keine Tangente. Es existiert keine Einhüllende im Medium 2, also keine gebrochene Welle – die gesamte Welle wird reflektiert (Totalreflexion). Rechnerisch: $\sin\beta = \sin\alpha/0{,}700 \gt 1$ hat keine Lösung.
Messreihe an der Wellenwanne auswerten
In der Wellenwanne wird mit einer Glasplatte eine flache Zone erzeugt. Für verschiedene Einfallswinkel wird der Brechungswinkel gemessen (Ablesegenauigkeit je $\pm 1^\circ$). Im tiefen Wasser beträgt die Ausbreitungsgeschwindigkeit $c_1 = 25{,}0\,\mathrm{cm/s}$.
| $\alpha$ | $20^\circ$ | $30^\circ$ | $40^\circ$ | $50^\circ$ | $60^\circ$ |
|---|---|---|---|---|---|
| $\beta$ | $14^\circ$ | $21^\circ$ | $27^\circ$ | $33^\circ$ | $38^\circ$ |
- Bestimme aus der gesamten Messreihe die Ausbreitungsgeschwindigkeit $c_2$ im flachen Wasser. Beschreibe, wie du die Messwerte linearisierst.
- Schätze die Unsicherheit von $c_2$ ab, die sich allein aus der Winkelablesung beim Messwert $\alpha = 60^\circ$ ergibt, und begründe, warum die großen Winkel die genaueren sind.
- Transfer: Schall tritt aus Luft ($c = 343\,\mathrm{m/s}$) in Wasser ($c = 1480\,\mathrm{m/s}$). Bestimme den Grenzwinkel und beurteile, ob ein Schwimmer unter Wasser einen Zuruf vom Beckenrand unter $10^\circ$ Einfallswinkel hören kann.
- 4 Pa) Linearisierung: $\sin\alpha$ gegen $\sin\beta$ auftragen (Tabelle: $0{,}342/0{,}242$; $0{,}500/0{,}358$; $0{,}643/0{,}454$; $0{,}766/0{,}545$; $0{,}866/0{,}616$), Ursprungsgerade mit Steigung $m = c_1/c_2 \approx 1{,}41$ (Quotienten $1{,}41$; $1{,}40$; $1{,}42$; $1{,}41$; $1{,}41$); $c_2 = c_1/m = 17{,}7\,\mathrm{cm/s}$ mit Antwortsatz
- 2 Pb) $\beta \in [37^\circ; 39^\circ]$ $\Rightarrow$ $m \in [1{,}38; 1{,}44]$ $\Rightarrow$ $c_2 \in [17{,}4; 18{,}1]\,\mathrm{cm/s}$, also $\pm 0{,}4\,\mathrm{cm/s}$ ($\pm 2\,\%$); bei $20^\circ$ wäre es $m \in [1{,}32; 1{,}52]$, $\pm 7\,\%$ – gleicher Ablesefehler, aber kleinerer Winkel $\Rightarrow$ größere relative Unsicherheit von $\sin\beta$
- 3 Pc) Luft → Wasser ist Übergang ins schnellere Medium $\Rightarrow$ Totalreflexion möglich; $\sin\alpha_g = 343/1480 = 0{,}232$, $\alpha_g = 13{,}4^\circ$; $10^\circ \lt 13{,}4^\circ$ $\Rightarrow$ Schall tritt ein ($\beta = 48{,}5^\circ$), Schwimmer hört ihn (leise, da der Großteil reflektiert wird); bei $\alpha \gt 13{,}4^\circ$ nichts
a) Nach dem Brechungsgesetz ist $\sin\alpha = \dfrac{c_1}{c_2}\cdot\sin\beta$. Trägt man $\sin\alpha$ gegen $\sin\beta$ auf, müssen die Punkte auf einer Ursprungsgeraden mit der Steigung $m = c_1/c_2$ liegen – das ist die Linearisierung. Tabelle:
| $\sin\alpha$ | 0,342 | 0,500 | 0,643 | 0,766 | 0,866 |
|---|---|---|---|---|---|
| $\sin\beta$ | 0,242 | 0,358 | 0,454 | 0,545 | 0,616 |
| Quotient | 1,41 | 1,40 | 1,42 | 1,41 | 1,41 |
Die Quotienten sind im Rahmen der Ablesegenauigkeit konstant – das bestätigt das Gesetz. Steigung der Ausgleichsgeraden (Mittel der Quotienten bzw. Gerade durch den Ursprung): $m = 1{,}41$. Damit $$c_2 = \frac{c_1}{m} = \frac{25{,}0\,\mathrm{cm/s}}{1{,}41} = 17{,}7\,\mathrm{cm/s}.$$ Im flachen Wasser breitet sich die Welle mit etwa $17{,}7\,\mathrm{cm/s}$ aus – langsamer als im tiefen, wie erwartet (Brechung zum Lot hin).
b) Beim Messwert $\alpha = 60^\circ$, $\beta = 38^\circ \pm 1^\circ$: $m_{\min} = \dfrac{\sin 60^\circ}{\sin 39^\circ} = \dfrac{0{,}866}{0{,}629} = 1{,}38$, $m_{\max} = \dfrac{0{,}866}{\sin 37^\circ} = \dfrac{0{,}866}{0{,}602} = 1{,}44$ (die Unsicherheit von $\alpha$ wirkt ähnlich, wird hier aber nach Aufgabenstellung nicht betrachtet). Daraus $c_2 \in \left[\dfrac{25{,}0}{1{,}44};\ \dfrac{25{,}0}{1{,}38}\right]\mathrm{cm/s} = [17{,}4;\ 18{,}1]\,\mathrm{cm/s}$, also $c_2 = (17{,}8 \pm 0{,}4)\,\mathrm{cm/s}$, etwa $\pm 2\,\%$. Zum Vergleich bei $\alpha = 20^\circ$, $\beta = 14^\circ \pm 1^\circ$: $m \in \left[\dfrac{0{,}342}{\sin 15^\circ};\ \dfrac{0{,}342}{\sin 13^\circ}\right] = [1{,}32;\ 1{,}52]$, also etwa $\pm 7\,\%$. Grund: Derselbe absolute Fehler $\pm 1^\circ$ ist bei kleinem $\beta$ ein großer relativer Fehler von $\sin\beta$ ($1^\circ$ von $14^\circ$ sind $7\,\%$, von $38^\circ$ nur $2{,}6\,\%$). Große Winkel liefern deshalb die genaueren Werte – und die Ausgleichsgerade nutzt alle Messwerte gleichzeitig.
c) Schall läuft von Luft ($343\,\mathrm{m/s}$) ins Wasser ($1480\,\mathrm{m/s}$), also ins schnellere Medium – Brechung vom Lot weg, Totalreflexion ist möglich. Grenzwinkel: $\sin\alpha_g = \dfrac{c_{\text{Luft}}}{c_{\text{Wasser}}} = \dfrac{343}{1480} = 0{,}232$, $\alpha_g = 13{,}4^\circ$. Bei $\alpha = 10^\circ$ gilt $\sin\beta = \dfrac{1480}{343}\cdot\sin 10^\circ = 4{,}31\cdot 0{,}174 = 0{,}749$, $\beta = 48{,}5^\circ$ – der Schall tritt ins Wasser ein, der Schwimmer kann den Zuruf hören, wenn auch leise, da an der Grenzfläche Luft–Wasser ohnehin der größte Teil der Schallenergie reflektiert wird. Kommt der Ruf flacher als $13{,}4^\circ$ zum Lot, also unter mehr als $13{,}4^\circ$ Einfallswinkel, wird er total reflektiert und erreicht den Schwimmer gar nicht. Unter Wasser hört man daher fast nur, was nahezu senkrecht von oben kommt.
In der Huygens-Herleitung des Brechungsgesetzes kürzt sich beim Dividieren von $\sin\alpha$ durch $\sin\beta$ eine gemeinsame Größe heraus. Welche?
Licht läuft in einer Glasfaser ($n = 1{,}48$) und trifft auf die Grenzfläche zu Luft. Für welchen Einfallswinkel tritt Totalreflexion auf?
Meine Notizen zu „Huygens'sches Prinzip & Herleitung des Brechungsgesetzes“
Wird automatisch auf diesem Gerät gespeichert. Über die Übersichtsseite kannst du alle Notizen als Datei sichern.