Interferenz & Gangunterschied (zwei Quellen, Wellenwanne)
Zwei kohärente Kreiswellen überlagern sich – wo Berg auf Berg trifft, wird es doppelt so hoch, wo Berg auf Tal trifft, bleibt es still. Der Gangunterschied entscheidet.
Vorwissen aus den Jahren davor – kurz prüfen
Tippe auf eine Frage, erst selbst antworten, dann vergleichen. Wenn etwas wackelt: zuerst dort nachlesen, sonst stolperst du im neuen Stoff.
Was besagt das Superpositionsprinzip für Wellen?
Was ist die Phase einer Schwingung, und wann sind zwei Schwingungen gleichphasig bzw. gegenphasig?
Additionstheorem: Wie schreibt man sin a + sin b als Produkt?
Was ist eine Hyperbel?
Was bedeutet c = λ·f, und wie groß ist die Wellenlänge von Schall bei 1700 Hz?
Das Phänomen: zwei Erreger in der Wellenwanne
Zwei Stifte tauchen im Takt desselben Motors in die Wellenwanne. Von jedem gehen Kreiswellen aus. Wo die beiden Wellensysteme sich überlagern, siehst du ein ruhiges, fächerförmiges Muster: Linien, auf denen das Wasser kräftig auf und ab schwingt (Bauchlinien, Maxima), getrennt durch Linien, auf denen die Oberfläche fast still bleibt (Knotenlinien, Minima). Das Muster läuft nicht mit – die Wellen laufen, aber die Linien stehen fest. Dasselbe passiert mit zwei Lautsprechern, die dasselbe Signal abspielen: Gehst du quer durch den Raum, wird es abwechselnd laut und leise.
Die Erklärung in drei Sätzen (so, wie sie in der Klausur stehen soll):
- Phänomen: Zwei kohärente Quellen senden Wellen gleicher Frequenz und fester Phasenbeziehung aus; sie überlagern sich nach dem Superpositionsprinzip.
- Ursache: Zu einem Punkt $P$ sind die Wege $r_1$ und $r_2$ von den beiden Quellen verschieden lang. Der Wegunterschied heißt Gangunterschied $\Delta s = |r_2 - r_1|$ und bestimmt, mit welcher Phasendifferenz die Wellen in $P$ ankommen.
- Bedingung: Ist $\Delta s = n\lambda$, kommen die Wellen gleichphasig an – Berg auf Berg, doppelte Amplitude, Maximum. Ist $\Delta s = (n-\tfrac12)\lambda$, kommen sie gegenphasig an – Berg auf Tal, Auslöschung, Minimum.
Gangunterschied und Phasendifferenz – die Bedingungen
Alles hängt an einer Zahl: Wie viele Wellenlängen passen in den Gangunterschied? In der Notation des Regelhefts:
$$\text{Maxima: } \Delta s = n\cdot\lambda\quad (n = 0, 1, 2, \dots)\qquad\qquad\text{Minima: } \Delta s = \left(n - \tfrac12\right)\cdot\lambda\quad (n = 1, 2, 3, \dots)$$Das Maximum 0. Ordnung ($\Delta s = 0$) liegt auf der Mittelsenkrechten der Quellen, das 1. Minimum bei $\Delta s = \lambda/2$, das 1. Maximum bei $\lambda$, das 2. Minimum bei $3\lambda/2$ und so weiter. Gangunterschied und Phasendifferenz sind zwei Sprachen für dasselbe:
$$\Delta\varphi = 2\pi\cdot\frac{\Delta s}{\lambda} = k\cdot\Delta s$$Maxima bei $\Delta\varphi = 2\pi n$, Minima bei $\Delta\varphi = \pi(2n-1)$, also $\pi, 3\pi, 5\pi, \dots$ Dazwischen ist die Amplitude weder null noch doppelt – die Herleitung unten liefert $A = 2\hat y\,|\cos(\Delta\varphi/2)|$ für jeden Punkt.
Rechenbeispiel Lautsprecher. Zwei Lautsprecher im Abstand $g = 1{,}0\,\mathrm{m}$ spielen denselben Ton $f = 1700\,\mathrm{Hz}$, $c = 340\,\mathrm{m/s}$, also $\lambda = 0{,}20\,\mathrm{m}$. Ein Punkt $P$ ist $r_1 = 2{,}5\,\mathrm{m}$ vom ersten und $r_2 = 2{,}8\,\mathrm{m}$ vom zweiten Lautsprecher entfernt. Gangunterschied $\Delta s = 0{,}30\,\mathrm{m} = 1{,}5\,\lambda = (2 - \tfrac12)\lambda$ – in $P$ liegt das 2. Minimum, dort ist es (bei gleicher Lautstärke beider Quellen) still. Phasendifferenz $\Delta\varphi = 2\pi\cdot 1{,}5 = 3\pi$, gegenphasig. Verschiebt man $P$ so, dass $\Delta s = 0{,}40\,\mathrm{m} = 2\lambda$ wird, liegt dort das 2. Maximum.
Die Geometrie: Hyperbeln, Knotenlinien, Anzahl der Maxima
Alle Punkte mit demselben Gangunterschied $|r_2 - r_1| = \Delta s$ liegen auf einer Hyperbel mit den Quellen als Brennpunkten. Deshalb sind die Bauch- und Knotenlinien im Wellenwannenbild gekrümmt und laufen weit von den Quellen fast geradlinig auseinander:
- $n = 0$: $\Delta s = 0$ – die Mittelsenkrechte (entartete Hyperbel), immer ein Maximum (bei gleichphasigen Erregern).
- Je größer $\Delta s$, desto stärker gekrümmt und desto näher an der Verbindungslinie der Quellen liegt die Hyperbel.
- Auf der Verbindungslinie der Quellen selbst wechseln sich Maxima und Minima im Abstand $\lambda/2$ ab – dort liegt der Scheitel jeder Hyperbel bei $r_1 - r_2 = \pm\Delta s$, also $\Delta s/2$ von der Mitte entfernt.
Wie viele Maxima gibt es? Der Gangunterschied kann nie größer sein als der Abstand der Quellen (Dreiecksungleichung): $\Delta s \le g$, mit Gleichheit nur auf der Verlängerung der Verbindungslinie. Also gilt für die höchste Ordnung
$$n_{\max} = \left\lfloor \frac{g}{\lambda} \right\rfloor \qquad\text{(abrunden)}$$Beispiel $g = 1{,}0\,\mathrm{m}$, $\lambda = 0{,}20\,\mathrm{m}$: $n_{\max} = 5$ – rechts und links der Mittellinie je fünf Maxima, insgesamt $2\cdot 5 + 1 = 11$ Bauchlinien. Ist $g/\lambda$ ganzzahlig, liegt das letzte „Maximum“ genau auf der Verlängerung der Verbindungslinie und ist nur dort erreichbar. Für die Minima gilt entsprechend $(n - \tfrac12)\lambda \le g$.
Umgekehrt steckt darin ein Messverfahren: Zählt man die Knotenlinien zwischen den Quellen oder misst den Scheitelabstand der ersten Hyperbel, kann man $\lambda$ bestimmen – ohne eine einzige laufende Welle anzuschauen.
Kohärenz – warum zwei Glühlampen kein Muster zeigen
Das Muster steht nur dann fest, wenn der Gangunterschied in jedem Punkt dauerhaft dieselbe Phasendifferenz bedeutet. Dafür müssen die Quellen kohärent sein:
- gleiche Frequenz (sonst wandert die Phasendifferenz ständig durch – Schwebung statt Muster), und
- zeitlich konstante Phasendifferenz der Erreger.
In der Wellenwanne sitzen beide Stifte am selben Motor, zwei Lautsprecher bekommen dasselbe Signal, beim Doppelspalt stammen beide Elementarwellen aus derselben Wellenfront – das sind kohärente Quellen. Zwei Glühlampen dagegen: Jedes Atom sendet unabhängig einen kurzen Wellenzug ($\approx 10^{-8}\,\mathrm{s}$) mit zufälliger Phase; die Phasendifferenz zwischen den Lampen springt hundertmillionenmal pro Sekunde. Das Interferenzmuster existiert jeden Augenblick – aber es verschiebt sich so schnell, dass Auge und Kamera nur den Mittelwert sehen: gleichmäßige Helligkeit. Dasselbe gilt für zwei unabhängige Laser ohne Synchronisation. Deshalb teilt man im Experiment eine Quelle auf (Doppelspalt, Strahlteiler), statt zwei Quellen zu nehmen.
Phasenverschiebung der Erreger. Schwingt Erreger 2 dem Erreger 1 um $\varphi_0$ hinterher, kommt zur Phasendifferenz aus dem Weg noch $\varphi_0$ hinzu: $\Delta\varphi = 2\pi\Delta s/\lambda + \varphi_0$. Das Muster bleibt ortsfest (die Phasendifferenz ist ja konstant), aber es verschiebt sich zur verspäteten Quelle hin. Bei $\varphi_0 = \pi$ vertauschen Maxima und Minima: Auf der Mittelsenkrechten liegt dann ein Minimum. Das kannst du in der Simulation mit dem Phasenschieber sehen.
Vom Wellenwannenbild zum Doppelspalt
Der Doppelspalt ist genau dieses Experiment mit Licht: Die beiden Spalte sind nach Huygens zwei kohärente Quellen im Abstand $g$. Nur eines ändert sich – der Schirm ist weit weg ($a \gg g$). Dann laufen die beiden Strahlen zu einem Schirmpunkt praktisch parallel unter dem Winkel $\alpha$, und der Gangunterschied lässt sich aus dem kleinen rechtwinkligen Dreieck an den Quellen ablesen:
$$\Delta s = g\cdot\sin\alpha\qquad\Rightarrow\qquad \text{Maxima bei } g\sin\alpha_n = n\lambda,\quad\text{Minima bei } g\sin\alpha_n = \left(n - \tfrac12\right)\lambda$$Die Hyperbeln werden im Fernfeld zu Geraden durch die Quellenmitte – jede Ordnung hat ihren festen Winkel $\alpha_n$. Auch die Begrenzung $n_{\max} = \lfloor g/\lambda\rfloor$ steckt drin: $\sin\alpha_n = n\lambda/g$ muss kleiner als 1 bleiben. Mit dem Lautsprecherbeispiel ($g = 1{,}0\,\mathrm{m}$, $\lambda = 0{,}20\,\mathrm{m}$) liegen die Maxima im Fernfeld bei $\sin\alpha_n = 0{,}2\,n$, also $11{,}5^\circ$, $23{,}6^\circ$, $36{,}9^\circ$, $53{,}1^\circ$, $90^\circ$ (das fünfte nur streifend).
| Wellenwanne / Lautsprecher (Nahfeld) | Doppelspalt (Fernfeld) | |
|---|---|---|
| Gangunterschied | $\Delta s = |r_2 - r_1|$ – mit dem Lineal messen oder rechnen | $\Delta s = g\sin\alpha$ |
| Orte der Maxima | Hyperbeln | Geraden unter $\alpha_n$, auf dem Schirm $x_n \approx n\lambda a/g$ |
| Bedingung | $\Delta s = n\lambda$ (Max), $\Delta s = (n-\tfrac12)\lambda$ (Min) – identisch | |
| Anzahl Maxima | $n_{\max} = \lfloor g/\lambda\rfloor$ – identisch | |
Simulation: Wellenwanne mit zwei Erregern
Hell = Wellenberg, dunkel = Wellental, grau = Ruhelage. Tippe oder klicke auf einen Punkt der Wasseroberfläche: Das Readout zeigt r₁, r₂, Δs und Δs/λ für diesen Punkt.
- Stelle $g = 6{,}0\,\mathrm{cm}$ und $\lambda = 1{,}6\,\mathrm{cm}$ ein. Berechne vorher $n_{\max} = \lfloor g/\lambda\rfloor$ und zähle dann mit eingeblendeten Linien die Bauchlinien links und rechts der Mitte. Was passiert bei $\lambda = 2{,}0\,\mathrm{cm}$ (dann ist $g/\lambda$ ganzzahlig – wo liegt das letzte Maximum)?
- Tippe einen Punkt auf einer hellen Linie an und lies $\Delta s/\lambda$ ab. Tippe dann einen Punkt auf einer ruhigen (grauen) Linie an. Welche Zahlen bekommst du jeweils? Formuliere beide Bedingungen in Regelheft-Notation.
- Vergrößere $\lambda$ bei festem $g$. Vorhersage: Rücken die Knotenlinien zusammen oder auseinander? Begründe mit $\Delta s = (n-\tfrac12)\lambda$ und prüfe.
- Stelle die Phasendifferenz der Erreger auf $\pi$ (180°). Was liegt jetzt auf der Mittelsenkrechten – Maximum oder Minimum? Erkläre mit $\Delta\varphi = 2\pi\Delta s/\lambda + \varphi_0$.
Herleitung: Bedingungen für Maxima und Minima aus der Phasendifferenz
Diese Herleitung zeigt, warum die beiden Bedingungen gelten – und was zwischen Maximum und Minimum passiert. Skizze dazu: zwei Quellen $S_1$, $S_2$, ein Punkt $P$ mit den Strecken $r_1$ und $r_2$, Gangunterschied $\Delta s = |r_2 - r_1|$ markiert. Du brauchst das Additionstheorem $\sin a + \sin b = 2\sin\frac{a+b}{2}\cos\frac{a-b}{2}$.
- Beide Quellen schwingen gleichphasig mit derselben Frequenz. In $P$ kommen zwei Wellen gleicher Amplitude $\hat y$ an (gleiche Amplitude angenommen); die zweite hat den längeren Weg und hinkt um die Laufzeit $\Delta s/c$ hinterher, also um die Phase $\Delta\varphi = \omega\,\Delta s/c = 2\pi\,\Delta s/\lambda$:$$ y_1 = \hat y\sin(\omega t),\qquad y_2 = \hat y\sin(\omega t - \Delta\varphi),\qquad \Delta\varphi = \frac{2\pi}{\lambda}\,\Delta s $$
- Nach dem Superpositionsprinzip addieren sich die Auslenkungen in $P$:$$ y = y_1 + y_2 = \hat y\left[\sin(\omega t) + \sin(\omega t - \Delta\varphi)\right] $$
- Additionstheorem mit $a = \omega t$ und $b = \omega t - \Delta\varphi$: $\frac{a+b}{2} = \omega t - \frac{\Delta\varphi}{2}$ und $\frac{a-b}{2} = \frac{\Delta\varphi}{2}$.$$ y = 2\hat y\cos\!\left(\frac{\Delta\varphi}{2}\right)\cdot\sin\!\left(\omega t - \frac{\Delta\varphi}{2}\right) $$
- Das ist wieder eine Schwingung mit der Frequenz der Quellen – aber mit der neuen, vom Ort abhängigen Amplitude$$ A = 2\hat y\left|\cos\!\left(\frac{\Delta\varphi}{2}\right)\right| = 2\hat y\left|\cos\!\left(\frac{\pi\,\Delta s}{\lambda}\right)\right| $$
- Maxima: $A$ ist maximal ($= 2\hat y$), wenn $|\cos(\Delta\varphi/2)| = 1$, also $\Delta\varphi/2 = n\pi$:$$ \Delta\varphi = 2\pi n\quad\Rightarrow\quad \Delta s = n\cdot\lambda,\qquad n = 0, 1, 2, \dots $$
- Minima: $A = 0$, wenn $\cos(\Delta\varphi/2) = 0$, also $\Delta\varphi/2 = \pi/2 + (n-1)\pi$, d. h. $\Delta\varphi$ ein ungerades Vielfaches von $\pi$:$$ \Delta\varphi = (2n-1)\pi\quad\Rightarrow\quad \Delta s = \left(n - \tfrac12\right)\lambda,\qquad n = 1, 2, 3, \dots $$
- Dazwischen liegt die Amplitude zwischen $0$ und $2\hat y$: Bei $\Delta s = \lambda/4$ ist $A = 2\hat y\cos(\pi/4) = 1{,}41\,\hat y$, bei $\Delta s = \lambda/3$ ist $A = 2\hat y\cos(\pi/3) = \hat y$. Schwingen die Erreger selbst um $\varphi_0$ phasenverschoben, tritt $\Delta\varphi = 2\pi\Delta s/\lambda + \varphi_0$ an die Stelle – das Muster verschiebt sich, die Bedingungen bleiben in $\Delta\varphi$ dieselben.
Formeln, die du sicher können musst
| Größe / Gesetz | Formel | Was sie sagt · wann sie gilt |
|---|---|---|
| Gangunterschied | $\Delta s = |r_2 - r_1|$ | Wegdifferenz von den Quellen zum Punkt $P$; im Fernfeld $\Delta s = g\sin\alpha$ |
| Maxima (konstruktiv) | $\Delta s = n\cdot\lambda$ | $n = 0, 1, 2, \dots$; Berg trifft Berg, Amplitude $2\hat y$ |
| Minima (destruktiv) | $\Delta s = \left(n - \tfrac12\right)\cdot\lambda$ | $n = 1, 2, \dots$ (Regelheft); 1. Minimum bei $\lambda/2$, Berg trifft Tal |
| Phasendifferenz | $\Delta\varphi = 2\pi\,\dfrac{\Delta s}{\lambda} + \varphi_0$ | $\varphi_0$ = Phasenverschiebung der Erreger; Maxima bei $2\pi n$, Minima bei $(2n-1)\pi$ |
| Amplitude in $P$ | $A = 2\hat y\left|\cos\dfrac{\Delta\varphi}{2}\right|$ | gleiche Einzelamplituden $\hat y$; dazwischen weder null noch doppelt |
| Intensität | $I \propto A^2$ | im Maximum $4\times$ Intensität einer Quelle; Energie wird umverteilt, nicht vernichtet |
| Höchste Ordnung | $n_{\max} = \left\lfloor\dfrac{g}{\lambda}\right\rfloor$ | weil $\Delta s \le g$ (Dreiecksungleichung); Maximalinien insgesamt $2n_{\max}+1$ |
| Orte gleichen $\Delta s$ | $|r_2 - r_1| = \text{const}$ | Hyperbeln mit den Quellen als Brennpunkten; $\Delta s = 0$: Mittelsenkrechte |
| Kohärenz | $f_1 = f_2,\quad \varphi_0 = \text{const}$ | Voraussetzung für ein ortsfestes Muster; zwei Glühlampen erfüllen das nicht |
Typische Fehler – und wie du die Punkte holst
- Minima bei $\Delta s = n\lambda/2$ angesetzt.Für $n = 2$ wäre das $\lambda$ – ein Maximum. Regelheft: $\Delta s = (n - \tfrac12)\lambda$, $n = 1, 2, \dots$ Einmal $n = 1$ und $n = 2$ einsetzen ($\lambda/2$, $3\lambda/2$) und prüfen, dass es ungerade Vielfache von $\lambda/2$ sind.
- Gangunterschied mit dem Abstand der Quellen verwechselt oder $\Delta s = r_1 + r_2$ gerechnet.$\Delta s$ ist die Differenz der beiden Wege zum Punkt $P$: $|r_2 - r_1|$. Der Quellenabstand $g$ begrenzt nur, wie groß $\Delta s$ höchstens werden kann. Skizze mit $r_1$, $r_2$ und $P$ hilft.
- „Es gibt unendlich viele Maxima, $n$ kann ja beliebig groß sein.“$\Delta s \le g$ (Dreiecksungleichung), also $n \le g/\lambda$. Immer $n_{\max} = \lfloor g/\lambda\rfloor$ angeben und erklären, warum: Weiter als bis zum anderen Ende der Verbindungslinie kann kein Wegunterschied reichen.
- Interferenzmuster von zwei getrennten Lichtquellen (zwei Taschenlampen, zwei Laser) vorhergesagt.Ohne Kohärenz kein stehendes Muster: Die Phasendifferenz unabhängiger Quellen springt zufällig, das Muster verwischt im Zeitmittel. Deshalb immer eine Quelle aufteilen (Doppelspalt). Dieser Satz ist ein Punkt im Erwartungshorizont.
- Phasendifferenz und Gangunterschied durcheinander – „$\Delta\varphi = \lambda/2$“.$\Delta s$ ist eine Länge (m), $\Delta\varphi$ ein Winkel (rad). Übersetzung: $\Delta\varphi = 2\pi\cdot\Delta s/\lambda$. $\Delta s = \lambda/2$ entspricht $\Delta\varphi = \pi$.
- Bei $\Delta s = 1{,}8\lambda$ „fast ein Maximum“ oder „fast ein Minimum“ geraten.Zwischen den Bedingungen hilft die Amplitudenformel: $A = 2\hat y|\cos(\pi\cdot 1{,}8)| = 2\hat y\cdot 0{,}81 = 1{,}6\,\hat y$ – näher am Maximum ($2\hat y$), aber keines. Nur so ist die Antwort begründet.
- Beim Zählen der Maxima die Mittellinie vergessen oder nur eine Seite gezählt.Bauchlinien: $n = 0$ (Mitte) plus je $n_{\max}$ rechts und links, also $2n_{\max} + 1$. Knotenlinien: je eine zwischen benachbarten Bauchlinien. Bei $g/\lambda = 3{,}25$: 7 Bauchlinien, 6 Knotenlinien.
- Erläutern (Entstehung des Musters, Kohärenz, Phasenverschiebung der Erreger): Phänomen (Bauch- und Knotenlinien stehen fest) → Ursache (Gangunterschied bestimmt Phasendifferenz der kohärenten Wellen) → Bedingung ($\Delta s = n\lambda$ bzw. $(n-\tfrac12)\lambda$).
- Leiten Sie her (Max/Min-Bedingung): Ansatz $y_1 + y_2$ mit $\Delta\varphi = 2\pi\Delta s/\lambda$, Additionstheorem, Amplitude $2\hat y|\cos(\Delta\varphi/2)|$, Fallunterscheidung, Schlusssatz. Skizze mit $S_1$, $S_2$, $P$, $r_1$, $r_2$.
- Bestimmen / Berechnen (Art des Punktes $P$, Anzahl der Linien, $\lambda$ aus Knotenlinien): $\lambda = c/f$ zuerst, $\Delta s$ aus Längen, Quotient $\Delta s/\lambda$ mit Deutung, $n_{\max} = \lfloor g/\lambda\rfloor$, Antwortsatz.
- Skizzieren (Hyperbeln): Mittelsenkrechte als $n = 0$, symmetrisch nach außen abwechselnd Knoten- und Bauchlinien, Scheitel benachbarter Maximumlinien im Abstand $\lambda/2$ auf der Verbindungslinie (Maximum zu Minimum $\lambda/4$), Beschriftung $n$.
- Beurteilen („Ist in $P$ völlige Stille?“): Annahme gleicher Amplituden prüfen, Abstandsabhängigkeit der Kreiswellen, Kohärenz der Quellen, Reflexionen im Raum.
5 harte Fragen – hast du es wirklich verstanden?
Offene Aufgaben auf Papier lösen (Zeit stoppen!), erst dann die Lösung aufdecken und ehrlich Punkte geben. Die Ergebnisse werden auf diesem Gerät gespeichert.
Zwei Lautsprecher
Zwei Lautsprecher $L_1$ und $L_2$ stehen im Abstand $g = 1{,}30\,\mathrm{m}$ und geben gleichphasig denselben Ton mit $f = 850\,\mathrm{Hz}$ ab ($c = 340\,\mathrm{m/s}$). Ein Mikrofon steht im Punkt $P$ mit $r_1 = 3{,}00\,\mathrm{m}$ und $r_2 = 3{,}60\,\mathrm{m}$.
- Bestimme, ob in $P$ ein Maximum, ein Minimum oder keines von beiden vorliegt. Gib die Ordnung an.
- Berechne, wie viele Maximum- und wie viele Minimumlinien das Interferenzmuster insgesamt enthält, und begründe die Begrenzung.
- Die Frequenz wird langsam verändert. Bestimme die beiden Frequenzen, die $850\,\mathrm{Hz}$ am nächsten liegen und bei denen das Mikrofon in $P$ ein Maximum registriert.
- 3 Pa) $\lambda = c/f = 0{,}400\,\mathrm{m}$; $\Delta s = 0{,}60\,\mathrm{m} = 1{,}5\,\lambda = (2 - \tfrac12)\lambda$ $\Rightarrow$ Minimum 2. Ordnung, gegenphasig ($\Delta\varphi = 3\pi$), Antwortsatz
- 4 Pb) $\Delta s \le g$ begründet (Dreiecksungleichung); $n_{\max} = \lfloor 1{,}30/0{,}400\rfloor = \lfloor 3{,}25\rfloor = 3$ $\Rightarrow$ $2\cdot 3 + 1 = 7$ Maximumlinien; Minima $(n-\tfrac12)\cdot 0{,}4 \le 1{,}3$ $\Rightarrow$ $n \le 3{,}75$ $\Rightarrow$ $n = 1, 2, 3$ je Seite, 6 Minimumlinien
- 3 Pc) Maximum: $\Delta s = n\lambda = n\,c/f$ $\Rightarrow$ $f_n = n\,c/\Delta s = n\cdot 567\,\mathrm{Hz}$; $n = 1$: $567\,\mathrm{Hz}$, $n = 2$: $1133\,\mathrm{Hz}$ – diese beiden umschließen $850\,\mathrm{Hz}$
a) Wellenlänge: $\lambda = \dfrac{c}{f} = \dfrac{340\,\mathrm{m/s}}{850\,\mathrm{Hz}} = 0{,}400\,\mathrm{m}$. Gangunterschied: $\Delta s = |r_2 - r_1| = 3{,}60\,\mathrm{m} - 3{,}00\,\mathrm{m} = 0{,}60\,\mathrm{m}$. Verhältnis: $\dfrac{\Delta s}{\lambda} = \dfrac{0{,}60}{0{,}400} = 1{,}5 = 2 - \tfrac12$. Die Minimumbedingung $\Delta s = (n - \tfrac12)\lambda$ ist mit $n = 2$ erfüllt: In $P$ liegt das Minimum 2. Ordnung. Die Wellen kommen mit der Phasendifferenz $\Delta\varphi = 2\pi\cdot 1{,}5 = 3\pi$ an, also gegenphasig – Berg trifft Tal, das Mikrofon registriert (bei gleichen Amplituden) nahezu nichts.
b) Für jeden Punkt gilt $\Delta s = |r_2 - r_1| \le g$, denn in dem Dreieck $L_1 L_2 P$ kann eine Seite nie länger sein als die Summe der beiden anderen; Gleichheit nur auf der Verlängerung der Verbindungslinie. Maxima: $n\lambda \le g$ $\Rightarrow$ $n \le \dfrac{g}{\lambda} = \dfrac{1{,}30}{0{,}400} = 3{,}25$ $\Rightarrow$ $n_{\max} = 3$. Es gibt das Maximum $n = 0$ auf der Mittelsenkrechten und je drei Maxima auf jeder Seite, zusammen $2\cdot 3 + 1 = 7$ Maximumlinien. Minima: $(n - \tfrac12)\lambda \le g$ $\Rightarrow$ $n \le 3{,}25 + 0{,}5 = 3{,}75$ $\Rightarrow$ $n = 1, 2, 3$ auf jeder Seite, zusammen 6 Minimumlinien – je eine zwischen zwei benachbarten Maximumlinien.
c) $\Delta s = 0{,}60\,\mathrm{m}$ bleibt fest, $\lambda$ ändert sich mit $f$. Maximum, wenn $\Delta s = n\lambda = n\dfrac{c}{f}$, also $f_n = \dfrac{n\,c}{\Delta s} = n\cdot\dfrac{340\,\mathrm{m/s}}{0{,}60\,\mathrm{m}} = n\cdot 567\,\mathrm{Hz}$. Für $n = 1$: $f_1 = 567\,\mathrm{Hz}$ ($\lambda = 0{,}60\,\mathrm{m}$, $\Delta s = \lambda$). Für $n = 2$: $f_2 = 1133\,\mathrm{Hz}$ ($\lambda = 0{,}30\,\mathrm{m}$, $\Delta s = 2\lambda$). Diese beiden Frequenzen liegen beiderseits von $850\,\mathrm{Hz}$; bei $850\,\mathrm{Hz}$ ($\Delta s = 1{,}5\lambda$) liegt das Minimum genau dazwischen. Die nächsten Maxima in $P$ treten bei $567\,\mathrm{Hz}$ und $1133\,\mathrm{Hz}$ auf.
Herleitung und Zwischenwerte
Zwei kohärente, gleichphasige Quellen senden Wellen gleicher Amplitude $\hat y$ aus, die sich in einem Punkt $P$ mit Gangunterschied $\Delta s$ überlagern.
- Leite mit dem Additionstheorem $\sin a + \sin b = 2\sin\frac{a+b}{2}\cos\frac{a-b}{2}$ her, welche Amplitude die resultierende Schwingung in $P$ hat, und gewinne daraus die Bedingungen für Maxima und Minima. Fertige eine Skizze mit $S_1$, $S_2$, $P$, $r_1$, $r_2$ an.
- Berechne die Amplitude in $P$ für $\Delta s = \lambda/3$ und für $\Delta s = \lambda/4$ als Vielfaches von $\hat y$, und gib an, welcher Bruchteil der maximalen Intensität bei $\Delta s = \lambda/4$ ankommt.
- Erläutere, warum zwei getrennte Glühlampen kein Interferenzmuster erzeugen, obwohl sich ihre Wellen ebenfalls überlagern.
- 4 Pa) Skizze; $y_1 = \hat y\sin\omega t$, $y_2 = \hat y\sin(\omega t - \Delta\varphi)$ mit $\Delta\varphi = 2\pi\Delta s/\lambda$ (Laufzeit begründet); Additionstheorem $\Rightarrow$ $y = 2\hat y\cos(\Delta\varphi/2)\sin(\omega t - \Delta\varphi/2)$; Amplitude $2\hat y|\cos(\Delta\varphi/2)|$; Max für $\Delta\varphi = 2\pi n$ $\Rightarrow$ $\Delta s = n\lambda$, Min für $\Delta\varphi = (2n-1)\pi$ $\Rightarrow$ $\Delta s = (n-\tfrac12)\lambda$, Schlusssatz
- 2 Pb) $\lambda/3$: $\Delta\varphi = 2\pi/3$, $A = 2\hat y\cos(\pi/3) = \hat y$; $\lambda/4$: $\Delta\varphi = \pi/2$, $A = 2\hat y\cos(\pi/4) = 1{,}41\,\hat y$; $I/I_{\max} = (1{,}41/2)^2 = 0{,}50$
- 2 Pc) Kohärenz fehlt: Atome senden unabhängige Wellenzüge mit zufälliger Phase, $\varphi_0$ springt etwa alle $10^{-8}\,\mathrm{s}$ $\Rightarrow$ Muster verschiebt sich ständig, Zeitmittel gleichmäßig hell; Lösung: eine Quelle aufteilen
a) Skizze: $S_1$ und $S_2$ im Abstand $g$, Punkt $P$ mit Strecken $r_1$ und $r_2$; $\Delta s = |r_2 - r_1|$ als Überschuss von $r_2$ markiert. Die Welle von $S_2$ legt den um $\Delta s$ längeren Weg zurück und kommt um die Laufzeit $\Delta s/c$ später an. Das entspricht der Phase $\Delta\varphi = \omega\cdot\Delta s/c = \dfrac{2\pi}{T}\cdot\dfrac{\Delta s}{\lambda/T} = 2\pi\dfrac{\Delta s}{\lambda}$. In $P$: $$y = \hat y\sin(\omega t) + \hat y\sin(\omega t - \Delta\varphi) = 2\hat y\cos\!\left(\frac{\Delta\varphi}{2}\right)\sin\!\left(\omega t - \frac{\Delta\varphi}{2}\right)$$ (Additionstheorem mit $a = \omega t$, $b = \omega t - \Delta\varphi$). Das ist eine Schwingung mit der Frequenz der Quellen und der Amplitude $A = 2\hat y\left|\cos\dfrac{\Delta\varphi}{2}\right|$. Maxima: $|\cos(\Delta\varphi/2)| = 1$ $\Leftrightarrow$ $\Delta\varphi/2 = n\pi$ $\Leftrightarrow$ $\Delta\varphi = 2\pi n$ $\Leftrightarrow$ $\Delta s = n\lambda$, $n = 0, 1, 2, \dots$ Dort ist $A = 2\hat y$. Minima: $\cos(\Delta\varphi/2) = 0$ $\Leftrightarrow$ $\Delta\varphi/2 = \pi/2, 3\pi/2, \dots$ $\Leftrightarrow$ $\Delta\varphi = (2n-1)\pi$ $\Leftrightarrow$ $\Delta s = (n - \tfrac12)\lambda$, $n = 1, 2, \dots$ Dort ist $A = 0$. Schlusssatz: Die Überlagerung hat die Amplitude $2\hat y|\cos(\pi\Delta s/\lambda)|$, maximal für $\Delta s = n\lambda$ und null für $\Delta s = (n-\tfrac12)\lambda$, was zu zeigen war.
b) $\Delta s = \lambda/3$: $\Delta\varphi = 2\pi/3$, $A = 2\hat y\cos(\pi/3) = 2\hat y\cdot 0{,}5 = \hat y$ – die Amplitude ist so groß wie die einer einzelnen Welle. $\Delta s = \lambda/4$: $\Delta\varphi = \pi/2$, $A = 2\hat y\cos(\pi/4) = 2\hat y\cdot 0{,}707 = 1{,}41\,\hat y$. Die Intensität ist proportional zum Amplitudenquadrat: $\dfrac{I}{I_{\max}} = \left(\dfrac{1{,}41\,\hat y}{2\hat y}\right)^2 = 0{,}50$. Bei einem Viertel Wellenlänge Gangunterschied kommt die Hälfte der maximalen Intensität an.
c) Ein ortsfestes Muster entsteht nur, wenn die Phasendifferenz der beiden Wellen in jedem Punkt zeitlich konstant ist – die Quellen müssen kohärent sein. In einer Glühlampe senden die Atome unabhängig voneinander kurze Wellenzüge von etwa $10^{-8}\,\mathrm{s}$ Dauer mit jeweils zufälliger Anfangsphase. Die Phasendifferenz $\varphi_0$ zwischen zwei Lampen springt also etwa hundertmillionenmal pro Sekunde auf einen neuen Zufallswert. In jedem Augenblick gibt es zwar ein Interferenzmuster, aber es verschiebt sich mit jedem Sprung; Auge und Kamera mitteln über viele Sprünge und sehen gleichmäßige Helligkeit. Außerdem enthält Glühlicht viele Frequenzen, deren Muster verschiedene Abstände hätten. Deshalb erzeugt man kohärente Quellen, indem man eine Welle aufteilt – etwa am Doppelspalt.
Wellenwanne: Muster deuten und zum Doppelspalt übertragen
In einer Wellenwanne tauchen zwei Erreger im Abstand $g = 6{,}0\,\mathrm{cm}$ gleichphasig ein; die Wellenlänge beträgt $\lambda = 1{,}6\,\mathrm{cm}$.
- Skizziere das Muster der Maximum- und Minimumlinien und bestimme die Anzahl der Maximumlinien. Beschreibe die Form der Linien und begründe sie.
- Für zwei Punkte werden die Abstände zu den Erregern gemessen: $P$ mit $r_1 = 10{,}0\,\mathrm{cm}$, $r_2 = 12{,}4\,\mathrm{cm}$ und $Q$ mit $r_1 = 9{,}0\,\mathrm{cm}$, $r_2 = 12{,}2\,\mathrm{cm}$. Entscheide für beide Punkte, ob dort ein Maximum oder ein Minimum liegt, und gib die Ordnung an.
- Transfer: Die beiden Erreger werden durch einen Doppelspalt mit demselben Spaltabstand $g$ ersetzt, hinter dem die Welle in großer Entfernung beobachtet wird. Leite her, unter welchem Winkel das Maximum 1. Ordnung erscheint, und berechne ihn.
- 3 Pa) $n_{\max} = \lfloor 6{,}0/1{,}6\rfloor = \lfloor 3{,}75\rfloor = 3$ $\Rightarrow$ 7 Maximumlinien (0, $\pm 1$, $\pm 2$, $\pm 3$); Skizze: Mittelsenkrechte als $n=0$, dann symmetrisch Hyperbeln, dazwischen Minimumlinien; Form: Hyperbeln, weil $|r_2 - r_1| = \text{const}$
- 3 Pb) $P$: $\Delta s = 2{,}4\,\mathrm{cm} = 1{,}5\lambda$ $\Rightarrow$ Minimum 2. Ordnung; $Q$: $\Delta s = 3{,}2\,\mathrm{cm} = 2\lambda$ $\Rightarrow$ Maximum 2. Ordnung
- 3 Pc) Fernfeld: Strahlen parallel, Dreieck an den Spalten mit $\Delta s = g\sin\alpha$ (Skizze); $g\sin\alpha_1 = \lambda$ $\Rightarrow$ $\sin\alpha_1 = 1{,}6/6{,}0 = 0{,}267$ $\Rightarrow$ $\alpha_1 = 15{,}5^\circ$
a) Höchste Ordnung: $n_{\max} = \left\lfloor\dfrac{g}{\lambda}\right\rfloor = \left\lfloor\dfrac{6{,}0}{1{,}6}\right\rfloor = \lfloor 3{,}75\rfloor = 3$, denn der Gangunterschied kann den Quellenabstand nicht übersteigen. Es gibt also $2\cdot 3 + 1 = 7$ Maximumlinien: die Mittelsenkrechte ($n = 0$) und je drei auf jeder Seite. Minimumlinien: $(n - \tfrac12)\cdot 1{,}6\,\mathrm{cm} \le 6{,}0\,\mathrm{cm}$ $\Rightarrow$ $n \le 4{,}25$ $\Rightarrow$ $n = 1, 2, 3, 4$ je Seite, also 8 Minimumlinien – sechs davon zwischen benachbarten Maximumlinien, die beiden äußersten ($n = 4$, $\Delta s = 5{,}6\,\mathrm{cm}$) jenseits des 3. Maximums nahe der Verlängerung der Verbindungslinie. Skizze: zwei Punkte $S_1$, $S_2$; Mittelsenkrechte; symmetrisch dazu nach außen abwechselnd Minimum- und Maximumlinien, die mit wachsendem $n$ stärker gekrümmt sind und sich der Verbindungslinie nähern; auf der Verbindungslinie wechseln Maxima und Minima im Abstand $\lambda/2 = 0{,}8\,\mathrm{cm}$. Form: Alle Punkte einer Linie haben denselben Gangunterschied $|r_2 - r_1| = n\lambda$; die Menge aller Punkte mit konstanter Abstandsdifferenz zu zwei festen Punkten ist eine Hyperbel mit $S_1$, $S_2$ als Brennpunkten. Für $n = 0$ entartet sie zur Mittelsenkrechten.
b) $P$: $\Delta s = 12{,}4\,\mathrm{cm} - 10{,}0\,\mathrm{cm} = 2{,}4\,\mathrm{cm}$, $\dfrac{\Delta s}{\lambda} = \dfrac{2{,}4}{1{,}6} = 1{,}5 = 2 - \tfrac12$ $\Rightarrow$ Minimum 2. Ordnung (Berg trifft Tal, Wasser ruhig). $Q$: $\Delta s = 12{,}2\,\mathrm{cm} - 9{,}0\,\mathrm{cm} = 3{,}2\,\mathrm{cm}$, $\dfrac{\Delta s}{\lambda} = 2{,}0$ $\Rightarrow$ Maximum 2. Ordnung (Berg trifft Berg, doppelte Amplitude).
c) Skizze: Spalte $S_1$, $S_2$ im Abstand $g$, zwei parallele Strahlen unter dem Winkel $\alpha$ zur Mittelachse, Lot von $S_1$ auf den Strahl von $S_2$. Weil der Beobachtungspunkt weit entfernt ist ($a \gg g$), laufen die beiden Wellen praktisch parallel. Im rechtwinkligen Dreieck mit Hypotenuse $g$ ist der Gangunterschied die Gegenkathete des Winkels $\alpha$ (Winkel mit paarweise senkrechten Schenkeln): $\Delta s = g\sin\alpha$. Maximum 1. Ordnung bei $\Delta s = \lambda$: $$g\sin\alpha_1 = \lambda\quad\Rightarrow\quad \sin\alpha_1 = \frac{\lambda}{g} = \frac{1{,}6\,\mathrm{cm}}{6{,}0\,\mathrm{cm}} = 0{,}267\quad\Rightarrow\quad \alpha_1 = 15{,}5^\circ .$$ Das Maximum 1. Ordnung erscheint unter $15{,}5^\circ$ zur Mittelachse (das 3. Ordnung bei $\sin\alpha_3 = 0{,}80$, $\alpha_3 = 53{,}1^\circ$; ein 4. gäbe $\sin\alpha_4 = 1{,}07 \gt 1$ – dieselbe Grenze $n_{\max} = 3$ wie in der Wellenwanne).
Zwei Erreger im Abstand $g = 5{,}0\,\mathrm{cm}$ erzeugen Wasserwellen mit $\lambda = 1{,}5\,\mathrm{cm}$. Wie viele Maximumlinien hat das Interferenzmuster insgesamt?
Zwei gleichphasige Lautsprecher senden denselben Ton. Erreger 2 wird nun so geschaltet, dass er dem Erreger 1 um eine halbe Periode ($\varphi_0 = \pi$) hinterherschwingt. Was passiert mit dem Interferenzmuster?
Meine Notizen zu „Interferenz & Gangunterschied (zwei Quellen, Wellenwanne)“
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